

Kandidatenvorstellung in Donzdorf
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Bürgerinnen und Bürger aus Donzdorf, Hagenbuch und Grünbach, aus Ober- und Unterweckerstell und von der Kuchalb, liebe Gäste aus Winzingen, Reichenbach und den Höfen, liebe Zuschauer zu im Live-Stream Hause oder unterwegs,
stellvertretend für alle hier in Donzdorf ehrenamtlichen Aktiven
grüße ich Sie, Frau Ursula Seimetz als stellvertretende Bürgermeisterin,
ich freue mich, dass ich heute Abend die Gelegenheit habe mich Ihnen persönlich vorzustellen.
Wie in den letzten Jahren saß ich auch dieses Jahr bei der ersten Prunksitzung hier in der voll besetzen Stadthalle und habe die Redner hier oben in der Bütt und ihre in Reim-Form vorgetragenen Beiträge verfolgt. Ein Redner „Reiner Blender“ alias Bernd Gmelich hat sich von ihr oben als potenzieller Kandidat für die Bürgermeister-Wahl nächste Woche Sonntag ins Spiel gebracht. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon die Absicht mich hier in Donzdorf zu bewerben, aber nachdem „Reiner Blender“ von Projekten wie einer Indoor-Ski-Halle und dem Messelberg-Space-Center gesprochen hatte, bin ich kurzzeitig ins Grübel gekommen, ob man mit bodenständigen Themen hier bei Ihnen in Donzdorf überhaupt punkten kann. Aber wie Sie sehen, stehe ich heute Abend hier oben Bernd Schwartz und nicht Bernd Gmelich. Die Prunksitzungen der letzten Jahre haben mir einen ersten Einblick nicht nur in die Fasnet, sondern auch in die Themen, die Sie bewegen geben und ich konnte Donzdorf nicht nur von seiner närrischen Seite kennenlernen.
Sie, lieber Bürgerinnen und Bürger konnten mich beim Verteilen meines Vorstellungsflyers und im direkten Gespräch an der Haustüre kennenlernen und ich bin noch immer hier im Stadtgebiet unterwegs. Ich durfte dabei von Ihnen viel über Donzdorf und die für Sie wichtigen Themen erfahren. Insbesondere in den letzten 11 Wochen haben wir gemeinsam Fasnet gefeiert, beim Umzug und zuletzt bei der Prinzenbeerdigung und ich durfte beim Wagenbau und beim Nähen des Tannenmann-Häs zuschauen. Wir saßen bei etlichen Stammtischen im Hotel Becher und der „Traube“ zusammen, Sie waren mit mir auf einem Rundgang durch Donzdorf und wir sind am Palmsonntag mit Palmzweigen in die St. Martinus Kirche eingezogen. Wir haben die Mannschaften der Handballspielgemeinschaft WiWiDO in der Lautertalhalle und des 1. FC Donzdorf im Stadion angefeuert und sind freitags auf dem Donzdorfer Wochenmarkt ins Gespräch gekommen. Mit meiner Tochter Charlotte – oder eigentlich nur sie – habe ich die Spielplätze im Stadtgebiet „getestet“. Wir haben gemeinsam 1,3 Tonnen Müll bei der Stadtputzete gesammelt und haben uns bei der Erarbeitung des Stadtentwicklungskonzeptes Donzdorf 2040 eingebracht. Bei den Sitzungen des Gemeinderats und in Gesprächen mit den Fraktionen und Mitgliedern des Gemeinderats habe ich einen Einblick in die breitgefächerten Themen der Stadt Donzdorf erhalten.
Doch nun zu mir: Wer bin ich und was tue ich bisher:
Mein Name ist Bernd Schwartz, ich bin 40 Jahre alt, evangelisch und habe eine 7-jährige Tochter. Ich bin in Nürtingen geboren, im Nachbarort Wolfschlugen aufgewachsen und war dort bis zur B-Jugend bei den „Hexenbannern“ aktiver Handball-Spieler, aktuell wohne und arbeite ich in Nürtingen. Nach meinem Abitur in Nürtingen habe ich an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg studiert und als Diplom-Verwaltungswirt (FH) abgeschlossen.
Erste berufliche Erfahrungen habe ich im Landratsamt Esslingen als Tourismusförderer gesammelt.
2011 habe ich die Chance ergriffen und mich bei der Stadt Nürtingen als hauptamtlicher Ortsvorsteher der Ortsteile Hardt und Neckarhausen beworben, vier Jahre später habe ich noch zusätzlich den Ortsteil Reudern übernommen. Somit war ich nicht nur für rund 7.600 Bürgerinnen und Bürger, dies entspricht in etwa der Einwohnerzahl von Donzdorf ohne die beiden Ortsteile, unmittelbarer Ansprechpartner, sondern auch Bindeglied zwischen Ortschaftsverwaltung und Ortschaftsrat, zwischen Oberbürgermeister, Stadtverwaltung und Gemeinderat, zwischen Kirchengemeinden, Vereinen, Schulen und Kindergärten sowie dem ortsansässigen Gewerbe.
Diese knapp 10 Jahre haben mich geprägt. Nahezu alle kommunale Themen und Fragestellungen sind mir in dieser Zeit begegnet. Ich habe das Ehrenamt in Vereinen, Organisationen und anderen Institutionen wertschätzen gelernt und ich habe ein offenes Ohr für die Belange der Bürgerschaft entwickelt. Aus dieser Zeit, liebe Bürgerinnen und Bürger, habe ich zu vielen grundsätzliche Themen, die Sie heute bewegen, bereits eigene Erfahrungswerte, die ich als Bürgermeister gerne einbringen möchte.
Und heute bzw. seit August 2020 leite ich das Amt für Liegenschaften, Wirtschaftsförderung und Bürgerbeteiligung, ein Amt welches direkt dem Oberbürgermeister der Stadt Nürtingen zugeordnet ist. Zum 01. Januar 2025 habe ich zusätzlich noch die Geschäftsführung des Eigenbetriebs „Stadtentwicklung Nürtingen“ übernommen. Die Stadt Nürtingen ist hier in anderer Rechtsform dem Vorbild der Stadt Donzdorf gefolgt. Mein rund 20-köpfiges Team besteht aus Forstwirten, Immobilienkaufleuten, Betriebs- und Volkswirten, Architekten und Handwerken sowie klassischen Verwaltungsberufen.
Gemeinsam kümmern wir uns um strategische Grundstückspolitik, um die Entwicklung von Wohn- und Gewerbebauland, um die Bewirtschaftung von 1.300 Hektar Wald sowie um die Verpachtung landwirtschaftlicher Flächen. Wir kümmern uns ganzheitlich um die lokale Wirtschaft und dazu zählt auch die Landwirtschaft, nicht nur Handel, Handwerk und Gewerbe. Wir denken Bürgerbeteiligung bei der Stadtentwicklung frühzeitig mit, wir verwalten rund 150 städtische Wohnungen und bringen den bezahlbaren, geförderten Wohnungsbau mit eigenen Bauvorhaben voran.
Doch noch entscheidender, wie die Frage nach dem was ich bisher tue, ist für Sie vielleicht die Frage wie ich arbeite. Diese Frage möchte ich gerne mit einem Vergleich beantworten.
Vielleicht kennen Sie das Gesellschaftsspiel „Dorfromantik“ – übrigens „Spiel des Jahres 2023“. Das besondere an diesem Spiel ist, dass man nicht gegen seine Mitspieler spielt, sondern gemeinsam mit allen an unterschiedlichen Aufträgen arbeitet und so gemeinsam die Entwicklung des Dorfes und damit des Gemeinwesens voranbringt.
Seit dem Start meiner Bewerbungen Anfang Februar habe ich versucht, Sie liebe Bürgerinnen und Bürger, als mögliche Mitspieler im persönlichen Gespräch, teils über den Gartenzaun hinweg kennenzulernen. Seien es Gemeinde- und Ortschaftsräte, die Vertreter von Kirchen, Schulen, Feuerwehr und Vereinen. Seien es Landwirte, Handwerker, Gastronomen, Einzelhändler in der Stadtmitte oder Unternehmer im Gewerbegebiet. Sie alle sind Mitspieler und können gemeinsamen zum Erfolg des Dorfes – unserer Stadt Donzdorf – beitragen. Und dabei ist es nachranging, in welcher Rolle Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, aktiv sind, ob im Jugendbeirat, im Stadtseniorenrat oder auch punktuell bei Aktionen wieder der Stadtputzete.
Gemeinsam haben die Mitspieler Aufträge abzuarbeiten, z.B. aus dem Bereich Stadtentwicklung (rote Häuser), Infrastruktur (Schiene) und Natur (Wald). Dabei bespricht man gemeinsam die beste Strategie und macht sich Gedanken, in welche Richtung die Entwicklung, auch mittel- und langfristig gehen soll.
Hier bei Ihnen in Donzdorf heißen diesen Arbeitsaufträge z.B.
– Attraktive Stadtmitte mit Aufenthaltsqualität und mehr grün
- Schaffung von Wohnraum in allen Formen
- Flächen für Trails, Spiel- und Bolzplätze
- Verbesserung der Radwegeinfrastruktur und Sanierung von Straßen und
– Ausbau des Glasfasernetzes für Schnelles Internet.
Die Liste möglichen Aufträge und übertragen auf Donzdorf möglicher Aufgaben und Projekte ist deutlich umfangreicher. Dazu habe ich in meinem bzw. in unserem Wahlprogramm, welches Sie alle in den Briefkästen hatten und heute Abend auch ausliegen, konkrete Ausführungen gemacht und Schwerpunkte gesetzt.
Mir ist bewusst, dass Kommunalpolitik und das Amt des Bürgermeisters kein Spiel ist. Im Gegenteil: Ich habe großen Respekt vor dem Amt und den Herausforderungen. An dem Beispiel mit dem Spiel „Dorfromantik“ wollte ich, liebe Bürgerinnen und Bürger, aufzeigen, was mich leitet und meiner Arbeitsweise ausmacht:
- Ich bin ein Teamspieler und Netzwerker
- strategisches und langfristiges Denken und Handeln ist mir wichtig
- transparente und frühzeitige Kommunikation sind der Grundstein für das Gelingen, wer informiert ist, kann sich beteiligen und ist mitgenommen.
Einige meiner Mitarbeiterinnen und ehemalige Kolleginnen sind heute Abend auch hier und würden Ihnen dies in der Pause sicherlich bestätigen. Darüber hinaus war mir als Ortsvorsteher, ist mir aktuell als Amtsleiter und wäre mir als Bürgermeister ein offenes Ohr für die Themen und auch Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger wichtig. Egal ob bei einer regelmäßigen Bürgersprechstunde im Rathaus oder freitags auf dem Donzdorfer Wochenmarkt, am Spielfeldrand oder auch bei jeder anderen Gelegenheiten.
Für mich steht bei „Bürgermeister“ nicht der „Meister“ im Vordergrund, der allein entscheidet, lenkt und alles weiß, sondern für mich steht der Bürger im Vordergrund. Der Bürgermeister wird nicht nur von den Bürgerinnen und Bürger auf 8 Jahre gewählt, sondern erhält damit verbunden auch den Auftrag sich um das Wohlergehen der Kommune und ihrer Bürgerschaft zu kümmern.
Die Herausforderungen in Donzdorf sind groß und viele. So gilt es bereits gesetzte Prioritäten im Bereich Schule und Bildung, wie die Sanierung der Steingartengrundschule und des Rechberg-Gymnasiums, im Bereich Sportstätten z.B. beim Hallenbad sowie bei der Feuerwehr, ergänzt um den Schutz vor Naturereignissen abzuarbeiten und neue Projekte anzupacken, welche sich aus dem Prozess zum Stadtentwicklungskonzeptes „Donzdorf 2040“ ergeben
Mit ist bewusst, dass diese und weitere Aufgaben entsprechende Mittel im städtischen Haushalt benötigen. Deshalb ist eine solide und nachhaltige Haushaltführung in diesen herausfordernden Zeiten umso wichtiger. Sowohl die Ausgaben als auch die Einnahmen sind in den Blick zu nehmen und Prioritäten zu setzen. Ich möchte deshalb auch die Wirtschaftsförderung zur Chef-Sache machen, wobei Gewerbe weitaus mehr ist, wie nur die Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Gewerbe am Ort ist auch: Arbeits- und Ausbildungsplätze, kurze Wege mit dem Rad oder zu Fuß, Kaufkraftbindung und vor allem Zeit für das Ehrenamt! Dazu gehört auch die Aktivierung von Bestandsflächen, ein Leerstandsmanagement sowie die Vernetzung der Wirtschaft untereinander aber auch ein direkter Ansprechpartner in der Verwaltung und ergänzend ein attraktiv gestalteter öffentliche Raum, der zum Aufenthalt und Einkauf einlädt.
In den letzten Wochen wurde ich häufig gefragt: „Warum Donzdorf?“ und vielleicht fragt sich das mancher angesichts der anstehenden Aufgaben Herausforderungen und der angespannten finanziellen Lage auch heute Abend.
Diese Frage könnte ich mit Verweis auf die reizvolle Landschaft und das Schloss mit Garten oder das umfangreiche Angebot von öffentlichen Einrichtungen mit Schulen, Hallen- und Freibad, Bücherei und Musikschule oder das rege Vereinsleben mit Angeboten von A wir Astronomie, also der Sternwarte bis Z wie Zünfte und damit ein Teil der Fasnet oder das breite Angebot an Veranstaltungen wie das Stadtfest und den Weihnachtsmarkt über Konzerte und Ausstellungen der Kunst- und Kulturstiftung der Stadt Donzdorf oder einem nächsten Karriereschritt beantworten. Diese Antworten wären alle nicht falsch und es würden sich sicherlich weitere Gründe für eine Bewerbung in Donzdorf finden, diese wären aber auch austauschbar mit vielen anderen Kommunen. Mir persönlich geht es nicht darum irgendwo Bürgermeister zu werden, sondern mir geht es darum hier in Donzdorf Bürgermeister zu werden.
Warum? Ein ganz besonderer Grund für meine Bewerbung sitzt hier vorne in einer der ersten Reihen. Meine Partnerin Marietta Weil ist in Donzdorf aufgewachsen und wohnt mit ihrem Sohn Felix und ihrem Vater Josef Kübler hier. Gemeinsam mit Marietta möchte ich Ihr Donzdorf auch zu unserem Donzdorf machen und einen gemeinsamen familiären Mittelpunkt in einer landschaftlich reizvoll gelegenen Stadt, mit guter Infrastruktur, regem Vereinsangebot und vielfältigen Veranstaltungen schaffen! Bürgermeister in Donzdorf ist für mich also nicht irgendeine Stelle, sondern eine persönliche Motivation und ein Antrieb gemeinsam mit allen, die mitmachen wollen, an der Zukunft unserer Stadt zu arbeiten.
- Ich bringe das passende Studium und 16 Jahre einschlägige Berufsverfahrung in den auch für Donzdorf wichtigen Aufgabenfeldern mit, egal ob als Ortsvorsteher oder Amtsleiter
- Ich bin in der Kommunalpolitik zu Hause, als ehemaliger Vorsitzender dreier Ortschafträte, auf der Verwaltungsbank im Nürtinger Gemeinderat oder als seit 2014 amtierendes Mitglied des Esslinger Kreistags
- Ich bringe nicht nur den Blick von außen, sondern auch neue Ideen, andere Herangehensweisen und die entsprechende Vernetzung auf regionaler, Landes- und Bundesebene mit
- Und ich habe seit über 6 Jahren einen persönlichen Bezug zu Donzdorf, verfolge auch hier die kommunalpolitischen Themen und habe seit Anfang Februar 2026 nicht nur viele neue Themen sondern auch viele, viele Bürgerinnen und Bürger persönlich kennenlernen durfte
Aus diesem Grund bitte ich Sie, liebe Wählerinnen und Wähler um Ihr Vertrauen und ihre Stimme bei der Bürgermeisterwahl am 26. April 2026.
Vielen Dank.
